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Wo die wilden Kerle wohnen

Auf der Suche nach der verlorenen Männlichkeit sind wir fündig geworden: in
der argentinischen Pampa. Wo Gauchos Rinder züchten, wo sie ihre Freiheit
pflegen und gegen jeden kämpfen, der ihre Würde antasten will, da fühlen
sich auch Frauen gut aufgehoben. Ein Reisebericht der anderen Art

Natürlich spielen die argentinischen Kinder nicht Cowboy und Indianer. Wenn
sie in Rosario und Santa Fé leben oder in den Vorstädten des
Zwölf-Millionen-Molochs Buenos Aires, spielen sie Straßenfußball und sind
Argentinier und Brasilianer. Die Rollen werden ohne Streit verteilt: Die
Verlierer müssen das nächste Mal die “Brasilianer³ sein. Basta.
Leben die Kinder draußen auf dem weiten, großen Land, spielen sie “Gaucho
und Gauchada³. Dazu brauchen sie keine Gegner oder gar Feinde, weder
Brasilianer noch Indianer. Nur ihre criollos, wie sie ihre Pferde nennen,
die sie wie Geschwister lieben, und die unglaubliche Natur, mit der sie auf
das Innigste verbunden sind. Zum Beispiel Luís, 7, und seine Schwester Ana,
5. Seit dem Morgengrauen sind sie schon fort, im gestreckten Galopp ab in
die Pampa, mit rauschendem Poncho der Junge, flatternder Mantilla das
Mädchen, mit wehenden Haaren beide, ihre gellenden Jubelschreie beim Anritt
weckten die Bewohner und Gäste der Estancia el Rocio. Erst am späten Abend
kehren die Kinder zurück, gesellen sich wortlos lächelnd zu uns ans
Lagerfeuer, und würde man woanders beisammen sitzen, hielte man das
strahlende Flackern in ihren Augen für den irisierenden Widerschein der
grenzenlosen Freiheit, die sie den Tag über genossen haben.

El Rocio ist ein Ausnahmeressort, gefeiert als “Paradies der Pampa³
Auch in den Augen der Gäste glimmt schon dieses seltsam klare, gleißende
Licht, das sich nur in Menschen entzündet, die frei atmen und weit blicken
können. In Menschen, die zur See fahren, oder die durch Wüsten ziehen. “Wer
das Meer oder die Wüste liebt³, sagt Scott, der seinem Namen zum Trotz ein
hundertprozentiger Engländer ist und ein pensionierter Navy-Offizier dazu,
“verfällt auch der Pampa.³ Wie zum Gegencheck zwinkert er seinem Nebenmann
Aryul zu, einem noch unverschämt jungen Gentleman aus Katar, von dem es
heißt, er besitze drei Luxushotels, eines in Doha und deren zwei in den
Emiraten. Neben dem Seemann, dem Wüstensohn und mir, einem deutschen
Journalisten, sind da noch ein Amerikaner, Phil aus Philadelphia, was ich
mir gut merken kann, eine hübsche Texanerin, die nach viel Geld aussieht,
obwohl sie nur Jeans und eine Fleece-Jacke trägt, und ein bärenhaft
gestalteter Kanadier. Bei dem Mann aus dem kleinen Großbritannien kann man
ja nachvollziehen, dass er in den wertvollsten Wochen des Jahres gern das
Weite sucht, aber bei den Gästen aus der neuen Welt? “Den wilden Westen gibt
es ja nur noch in Büchern und im Film³, sagt Phil, “alle fünfzig Staaten
sind parzelliert und infrastrukturiert, und wenn man ausreitet, selbst in
Montana, trifft man auf Schritt und Tritt irgendwelche albernen
Freizeitabenteurer, die nach dem Weg fragen.³ Da muss seine Landsfrau
trocken lachen: “In Texas ist es viel schlimmer. Da kommen die Ranger
herangetrabt, starren dich misstrauisch aus ihren verspiegelten
Sonnenbrillen an, knipsen ihre Pistolentaschen auf und wollen deine Papiere
sehen.³ Klingt nicht gut ­ aber was hat Herman, der kanadische Bär, hier zu
suchen? Sein Land bringt es ja noch gut und gern auf das Dreifache der schon
kolossalen 2,8 Millionen Quadratkilometer, die Argentinien aufzubieten hat,
und ist äußerst dünn besiedelt. Er sei mal wieder ausgeritten daheim in
Manitoba, erzählt Herman, und auf einen Feldvermessungstrupp gestoßen. Da
habe ihn Panik erfasst: “Wollte wohl wieder eine Straße bauen, das
gottverfluchte Pack.³ So fliegt er immer nach Argentinien, wenn es für ihn
wieder einmal höchste Reit-Zeit ist, “aber allein schon wegen der grandiosen
Steaks und Atmosphäre hier würde ich jedes Jahr wiederkommen³.
Den Standpunkt können wir alle gut verstehen, während wir saftige Fetzen von
unseren butterweichen XXL-Steaks säbeln, sich die Funken des Feuers mit
Leuchtkäfern zu einer einzigartigen Nightlight-Show vermählen und die etwa
zwei Dutzend Gauchos, die bei der Estancia beschäftigt sind, etwas abseits
ihre traurig-schönen Lieder singen. Ein Kostverächter, wen es stört, dass
vom Tango abgesehen sämtliche argentinischen Klischees hier versammelt sind.
Denn das Beste an ihnen ist: Sie sind nicht aufgesetzt, sondern authentisch.
Wie Rafa, der Gaucho-Líder, den sie “El Jefe³ nennen, den “Chef³.
Wettergegerbt, wortkarg und ernst, den schwarzen, breitkrempigen Hut tief
ins Gesicht gezogen, mit seinem Pferd so verwachsen, dass er noch am
Lagerfeuer am liebsten auf seinem abgezäumten Sattel sitzt. Eine romantische
Inszenierung für die Gäste? Dagegen sprechen Rafas stolze Augen und seine
lehmverschmierten Stiefel. In denen ritt und stapfte er heute stundenlang
über die aufgeweichten Weiden, weil sich einige renitente Rinder nicht ins
Gatter treiben lassen wollten.

Die Pampa. Endlose Weiten. Eine ganz eigene, eigensinnige und eigensinnliche
Welt aus sattgrünem Gras, ausgebreitet auf gut einer Million
Quadratkilometern, der dreifachen Fläche Deutschlands. “In der Pampa³ glaubt
man sich in Deutschland schon, wenn ein Haus, Gehöft oder Ort mehr als fünf
Kilometer von anderen Ansiedlungen entfernt liegt. Hier, im argentinischen
Original, sind Distanzen von 500 Kilometern bis zur nächsten Estancia keine
Seltenheit. Eine Zumutung für Platzangsthasen ­ die schönste Verheißung für
Stadtneurotiker und andere Enge-Geschädigte. Dass ich hier bin, verdanke ich
Patrice Graviere, einem Franzosen mit argentinischem Pass ­ beziehungsweise
einem Argentinier mit französischem Pass, wie der Zweistaaten-Bürger selbst
das sieht. Ich lerne ihn in Buenos Aires bei einem Poloturnier kennen, den
“Argentinian Open³ in Palermo, über das ich berichten sollte, er sitzt neben
mir in der Loge, und weil seine Kommentare zum Spielverlauf so ungemein
sachkundig klingen, frage ich ihn Löcher in den Bauch. Wieso Argentinien die
Pole-Position im Polo hält? “Weil es hier die besten Pferde gibt, die besten
Züchter und den besten Nachwuchs ­ in der Pampa reitet ja schon jedes Kind
zur Schule.³ Was denn ein gutes Polopferd ausmacht? “Es muss siegeshungrig
sein, aus dem Stand wenden können, dribbeln, blitzartig bremsen und die
Fähigkeit besitzen, ebenso rasch wieder auf 70 Stundenkilometer zu
beschleunigen.³ Woher er das alles wisse? Er selbst sei Polopferdezüchter,
sagt er. Unter anderem. Was noch?

“Einen Schöpfungstag lang war Gott Argentinier³, sagen die Argentinier.
Nacheinem Tag in der Pampa glaubt das auch der Fremde

Mit Investment-Banking hatte es Patrice in den USA und Spanien zu Geld
gebracht, aber wohnen wollte er weder da noch dort, sein Traum vom
Lebensmittelpunkt war Argentinien, seit er das Land das erste Mal als junger
Globetrotter bereist hatte. Er begeisterte sich für alles, was ihm
begegnete, für Pferde, Rinder, Polo, die Lust des Reisens in purer Natur.
Später, bei einer seiner Touren, entdeckte er dann ein hinreißendes Anwesen
nahe San Miguel del Monte in der Provinz Buenos Aires, das von Buchen
umstanden war, eine botanische Pretiose in der Pampa, und griff sofort zu.
Er ließ die Estancia restaurieren und erweitern, um alle seine
Leidenschaften zu bündeln: Vieh- und Pferdezucht, das Polospiel und den
Erlebnistourismus. Heute ist El Rocio ein Ausnahme-Resort, mit Ställen und
Weiden und eigenem Polofeld, gefeiert von “Travel & Leisure³ als “Paradies
in der Pampa³, was sowohl für Reiter und Poloverrückte gilt, als auch für
gestresste Multitasker, die einfach nur mal für ein paar Tage oder Wochen
den Kopf frei kriegen und ihre Nerven sanieren wollen.
Nach seiner Schilderung spricht Patrice eine Einladung aus: “Ich möchte Sie
heute abend mitnehmen, El Rocio ist nur drei Autostunden von Buenos Aires
entfernt.³ Eine dankende Ablehnung wäre so beleidigend gewesen, als wenn man
in Deutschland einen Sprung ins Nachbarhaus für zu weit erklären würde.
In El Rocio ist Ruhe eingekehrt ­ sofern das Zirpen von einer Million
Grillen nicht als Störung sondern als zulässige, wenn nicht sogar erwünschte
Orchestrierung einer natürlichen Stille empfunden wird. Am nächsten Morgen
heißt es Aufsitzen. Die Pferde entstammen der argentinischen Landrasse,
mittelgroß und von kräftiger Statur, mit harten, kleinen Hufen. In den mit
dicken Schaffellen gepolsterten Sätteln fühlen wir uns sogleich heimisch und
wohl, von Schmerzen am wundesten Punkt der Reiteranatomie bleiben wir
verschont. Erwartungsvoll reite ich mit Scott, Herman, Phil aus Philadelphia
und der Texanerin los, immer Rafa und Sentimenta hinterher, die einen
saloppen Galopp vorgeben. “Man weiß nicht, ob dies ihr wahrer Name ist³,
tuschelt mir Scott zu, sie spreche nicht gern, aber es reiche ja, was man
sieht: dass sie eine unglaublich schöne Gauchada ist, an deren fantastischer
Haltung sich selbst Argentiniens Supermodel Valeria Mazza ein Beispiel
nehmen könnte. Erotisch neutral betrachtet ist die Haltung Rafas ebenso
tadellos: aufrecht, aber nicht steif, stolz, aber nicht überheblich,
konzentriert, aber nicht angestrengt. Es gibt ihn also doch noch, den
Gaucho, totgesagt in allen Reiseführern wie die Dinosaurier, Europas Ritter
und Japans Samurais, lebendig angeblich nur noch im Mythos des edlen,
tapferen, einsamen Helden, der durch die Literatur vollends verklärt wurde:
Jedes Kind kennt in Argentinien das Vers-Epos “Martin Fierro³ von José
Hernandez, das der große Jorge Luis Borges auf eine Stufe mit dem “Don
Quijote³ stellte. Doch ganz anders als der Ritter von der traurigen Gestalt
reitet Rafa erhobenen Hauptes dahin, und nichts unterscheidet ihn und seine
Sentimenta etwa von dem Gaucho, wie ihn Karl May in seinem Roman “Am Rio de
la Plata³ beschrieb: “Er hat in seinem Charakter die wilde Entschlossenheit
und den unabhängigen Sinn der Ureinwohner und zeigt dabei den Anstand, den
Stolz, die edle Freimütigkeit und das vornehme, gewandte Betragen des
spanischen Caballero ... Ein Feind jeden Zwanges, ein Verächter des
Eigentums, welches er als unnütze Last betrachtet, ist er Freund glänzender
Kleinigkeiten, welche er sich mit großem Eifer verschafft, aber auch ohne
Bedauern wieder verliert.³

Wer das Meer oder die Wüste liebt, der verfällt auch der Pampa
Schlimm war für den Gaucho, sein freies Dasein zu verlieren, und
paradoxerweise bahnte sich diese Krise schon mit dem Beginn der Viehzucht im
19. Jahrhundert an, denn die klassischen Gauchos zogen als Nomaden über die
Pampa und lebten von verwilderten Rindern. Als man die Viehwirtschaft im
großen Stil organisierte, wurden aus frei umherziehenden Helden der Pampa
Rinderdiebe und Vagabunden ­ oder schlecht bezahlte Arbeiter, die für ein
paar Pesos ihre Fertigkeiten im Viehtreiben und Zureiten der Pferde
verdingten. Die traurige Geschichte scheint aber ein Happy-End zu bekommen:
Heute, mit dem wachsenden Interesse vieler Menschen an unvergesslichen
Erlebnisreisen, tut sich eine große Chance für den Gaucho auf. Die
unverfälschte Begegnung ist gefragt, das echte Abenteuer, also erhält der
Gaucho sein altes Privileg zurück: das eigenverantwortliche Handeln als
Vieh- und Pferde-Experte ­ und damit seine Würde. Der Deal zwischen ihm und
dem Estanciero ist ebenso einfach wie reell: Der Gaucho lebt seine Freiheit
in der Pampa aus, hat aber Wohnrecht in der Estancia und steht dafür den
Gästen als Guide zur Verfügung.

Einen Schöpfungstag lang war Gott Argentinier, sagen die Argentinier. Jetzt
kann ich sie verstehen. Unser Ritt geht in die fünfte Stunde, und noch immer
habe ich mich nicht satt gesehen an der grandiosen Grenzenlosigkeit der
Pampa. Der Rhythmus, den der “Chef³ und Sentimenta vorgeben, verschafft uns
eine unverhoffte Atemtherapie ­ die schon deswegen nötig ist, weil einem
angesichts der Weite des Horizonts immer wieder die Luft wegbleibt. Nur
Weite, nur Erde, nur Himmel: Die Landschaft wirkt, als wenn Gott mit einer
gigantischen Nudelrolle über sie hinweggeschrubbt wäre. Berge würden das
ergreifende Bild nur stören, den Blick ins Unendliche verstellen, Häuser als
frivole Fremdkörper anmuten, Telegrafenmasten wie Dolche, die sich in einen
perfekten Körper bohren. Mein reines Glück stört nur Quatschkopf Scott, der
gerade auf Polo zu sprechen kommt, seine größte Passion: “Aryul und ich sind
eigentlich nur deswegen hier³, sagt er, “in El Rocio können wir nach
Herzenslust aufspielen, ohne von aufgetakelten Leuten durch Operngläser
begafft zu werden.³ Herman, der Bär, kann sich da den Scherz nicht
verkneifen, dass er sich mehr für Rinder interessiere, zumal für die
gebratene Version. Wie auf sein Stichwort kommen sie plötzlich ins
Blickfeld: Hunderte Rinder, eine ganze Herde, oder sind es Tausende? Rafa
und Sentimenta verfallen in leichten Trab und stoßen ein paar grunzende
Laute aus, um die Tiere zu beruhigen. Es heißt, in Argentinien gebe es mehr
Rinder als Menschen, und das sind immerhin 30 Millionen.
Während Rafa Steaks aus seinen Satteltaschen zaubert und ein Asado
anrichtet, frage ich Sentimenta, was “Guacha³ bedeutet, denn so heißt das
freundliche Pferd, auf dessen Rücken man mich gesetzt hat. “Guacha bedeutet
Waisenkind in der Sprache der Araucaner³, sagt sie, “die Mutter deines
Pferdes starb bei der Geburt.³ Auf mein Schweigen fährt sie fort: “Das Wort
Gaucho kommt von Guacha, wusstest du das? Weil er wie ein Verwaister lebt.³
“Klingt irgendwie traurig³, sage ich. “Für uns nicht. Unsere Freiheit ist
unser Glück. Wir sind Kinder der Pampa, und deshalb nie wirklich einsam, wir
teilen unser Leben mit der Würde des Grases und der Erde unter uns und der
Weisheit der Wolken und der Sterne über uns.³ Das ist zu schön, um nicht von
einer Dichterin zu stammen, aber Sentimenta besteht darauf, ein reiner
Tatenmensch zu sein.

El Rocio hatte mich auf den Geschmack gebracht, deshalb erbitte ich beim
Abschied von Patrice einen Tipp für weitere Einblicke in die
Gaucho-Herrlichkeit. Er empfiehlt mir “El Colibri³, die Estancia eines
Freundes, sie gehört der französischstämmigen Familie Fenestraz und liegt an
den Ausläufern der Sierras de Córdoba. Also raus aus der Pampa? “Die
Landschaft dort mutet eher lieblich an³, gibt Patrice zu, “aber deshalb ist
sie der ideale mentale Übergang in die Heimat. Ich gehe auch immer gern
dorthin, um mich vor einer Europareise von der Sucht nach der Pampa zu
entwöhnen.³

Gaucha bedeutet Waisenkind in der Sprache der Araucaner.
Und auch Gauchos sind Waisenkinder der Pampa

Eine Stunde dauert der Flug von Buenos Aires nach Córdoba, eine weitere die
Autofahrt zur Estancia “El Colibri³, dem gelobten Ort meiner
Pampa-Entwöhnungskur, wo der Ausblick auf eine Märchenlandschaft aus sanften
Höhen und lichten Wäldern, saftigen Weiden und in allen Farben leuchtenden
Blumenwiesen geboten wird. Das Design des Haupthauses mit seinen exquisiten
Suiten vermählt den spanischen Kolonialstil mit der Moderne, die Küche
verbindet heimische Opulenz mit französischer Finesse, und die Terrasse wie
der Pool werden allen Ernstes von Kolibris umschwirrt. Von den entzückenden
Namenspatronen der Estancia abgesehen, sind auch hier Pferde und Rinder die
vorherrschenden Bewohner. Meine Gastgeber Raoul und Stéphanie und ich sitzen
auf der Terrasse, sinnieren über Gott und die Welt, Gauchos und Pferde,
Freiheit und Glück, goutieren dabei den hinreißenden Blick auf die Sierras
und einen formidablen “Terazas Afincado Gran Cabernet Sauvignon Mendoza³.
Alles ist wunderschön ­ aber irgendwie zu schön und zu wenig wild, mault
mein Gemüt. Der Anflug von Enttäuschung macht aber schnell hellem Entzücken
Platz, als der erste Gaucho ins Blickfeld kommt. Er sitzt im Sattel eines
stämmigen Rappen, mit einem zweiten Pferd im Schlepptau, trägt eine
undefinierbare Mütze auf dem Kopf, eine schmuddelige Wolljacke über den
Schultern und verdreckte lederne Chaps über der Arbeitshose. Er winkt, lacht
uns aus seinen ebenso dunklen wie blitzenden Augen an, springt wortlos von
seinem Pferd und setzt sich zu uns. “Das ist Ernesto³, sagt Raoul, “er wird
dich morgen auf den Gaucho-Trail über die Berge führen.³
Ich schlafe wie auf Wolken, im Traum umschwirrt von Kolibris bei einem
wilden, scharfen Ritt. Doch Ernesto setzt mich am frühen Morgen auf “Dulce
³, “Süße³, ein angeblich besonders reizendes Pferd, weil er meinen Künsten
nicht recht traut. Als wir dann im Sonnenaufgang durch Pferdebrust hohes
Gras traben, hinter uns ein Meer goldgelber Ähren, vor uns die
blutorangenfarben schimmernde, unberührte Sierra, und dazu noch eine
Nachtigall die ergreifendste Melodie flötet, die ich je von einem Vogel
vernahm, da frage ich mich: Ob sich Gott nicht doch vielleicht zwei Tage
Zeit nahm, als er Argentinien schuf?

Argentinien Kompakt
KOORDINATEN: Ganz weit im Süden, Ganz weit im Westen

Wohnen, Rreiten, Abenteuer

Estancia El Rocio
Eine Stunde südlich von Buenos Aires liegt diese 162 Hektar große Ranch von
Macarena und Patrice Graviere. Die charmanten Zimmer sind stilvoll mit
Anti-quitäten eingerichtet. Es gibt vier romantische Doppelzimmer und ein
Loft für Vier. Über die Pampa reiten, Polo spielen oder es beim hauseigenen
Trainer Miguel Boudien lernen ­ das ist es wofür die meisten Gäste kommen.
Im Reitstall warten 50 Pferde und Polo-Ponys, es gibt einen Pool und ein
französisches Restaurant. Alle Mahlzeiten werden unter der Leitung des
französischen Küchenchefs zubereitet ­ für die köstlichen Asada-Barbe-cues
sind allerdings die Gauchos die Experten. Man kann sich ein Picknick packen
oder ein Dinner im Freien anrichten lassen. Besonders anspruchs-
volle Gäste reisen mit dem Helikopter an oder werden vom rancheigenen Wagen
am Flughafen abgeholt. Die Autofahrt verkürzt Charles Crespin, der Fahrer,
ein uriger Schotte, der seit 40 Jahren in Argentinien lebt, mit den
unglaublichsten Geschichten, ein Erlebnis. Estancia El Rocio,
San Miguel del Monte,
Tel. 0054.9.11.62 93 78 87
www.estanciaelrocio.com; Nächster Flughafen: Bueno Aires

Estancia El Colibri
Die charmante Gästeranch liegt in einem Park inmitten der argentinischen
Pampa. Das ehemalige Herrenhaus unweit von Santa Catalina in der Provinz
Cordoba ist nicht nur ein stilvolles Domi-zil ­ die Familie Fenestraz
umsorgt die Gäste auch persönlich. Es gibt zahlreiche Sport- und
Freizeitangebote, man kann Polo spielen oder unvergessliche Ausritte in die
Pampa unternehmen, den Gauchos bei der Arbeit helfen oder auf Taubenjagd
gehen. Auch ein Ausflug nach Santa Catalina lohnt sich: Die Stadt gehört zum
UNESCO Weltkulturerbe. Zur Entspannung gibt es einen Pool mit grandioser
Aussicht über die Bergkette von Cordoba und einen Spa mit Sauna, Hammam,
Aromatherapie-Treatments und Massagen. Zur Ranch, die Mitglied bei
Relais&Chateaux ist, gehört auch ein Gourmet-Restaurant mit Blick in die
Weite der Pampa, wo mit frischen Produkten vom eigenen Hof gekocht wird.
El Colibri, Camino a Santa Catalina, 5221 Santa Catalina (Córdoba),
Argentinien
Tel. 0054.3525.46 58 88. www.estanciaelcolibri.com und
www.relaischateaux.com;
Nächster Flughafen: Internationaler Airport von Córdoba

 

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Ewig lockt die rote Stadt

Mit sinnlichem Luxus und der Schönheit seiner Altstadt fasziniert Marrakech Besucher mit Gespür für Schönes. Nirgendwo auf der Welt gibt es auf engstem Raum so viele stilvolle Übernachtungsmöglichkeiten wie in der Medina, die von einer mächtigen Stadtmauer aus rotem Lehm umgeben ist.

Text und Fotos: Gesine Unverzagt


Vor dem Eingang in die schmale Gasse wartet ein Eselskarren, um das Gepäck durch die Enge zum Riad zu transportieren. Es geht tief hinein in die Medina von Marrakech, und man muss wohl hier geboren sein, um sich in dem Labyrinth orientieren zu können - oder auf die Hilfe Allahs vertrauen. Einige Male biegt Yussuf, der Eseltreiber, nach rechts und links ab, dann hält er schließlich vor einer unauffälligen, hölzernen Tür. Kein Namensschild, keine Klingel. Wie auf ein geheimes Zeichen öffnet sich die Tür - auf der Schwelle steht die Hausherrin, Jill Fechtmann. Sie geht voraus in den Patio des „Riad Noir d’Ivoire“, wo schon duftender Tee mit frischer Minze wartet. Mustafa, der Hausdiener, füllt ihn kunstvoll und in hohem Bogen in zierliche Teegläser. Die Mitte des Innenhofes markiert ein milchig-grünes Wasserbecken, dessen vier Ecken von üppigen Bananenstauden begrenzt werden. Schwere Vorhänge und ein riesiger Kandelaber vervollständigen die Szenerie. Auf der einen Seite des Hofs die Bar mit elegant geschwungenen, schwarzen Sofas, einem Flügel und einem offenen Kamin für kühle Abende. Gegenüber das kleine Restaurant des Hauses, in dem marokkanische Köstlichkeiten in außergewöhnlicher Atmosphäre serviert werden. Zu schwarzen Lacktischen mit Messing-Intarsien hat die Dame des Hauses Stühle mit Hussen aus schwarzem Samt arrangiert.

„Eigentlich sind mein Mann und ich vor drei Jahren nach Marrakech gekommen, um ein kleines Ferienhaus zu kaufen, weil wir die Stadt so lieben. Dann fand ich dieses Riad und war verzaubert, obwohl es viel zu groß und in desolatem Zustand war. Also entschieden wir, ein kleines Hotel zu eröffnen“, erzählt Jill. Die Engländerin hatte die letzten zwölf Jahre als Innenarchitektin in Paris gearbeitet, bevor sie sich entschloss, nach Marrakech zu ziehen. Kein Wunder also, dass das „Riad Noir d’Ivoire“ mit seinen nur neun Suiten und Zimmern außergewöhnlich gelungen ist. Jedes noch so kleine Detail ist eine stilvolle Mischung aus orientalischen und internationalen Elementen. Durch eine Tür führt Jill in einen zweiten Innenhof, den sie erst vor wenigen Monaten eröffnet hat. Hier stehen Liegestühle um einen kleinen Pool angeordnet. Alle Zimmer in diesem Teil des Riads sind Suiten, jede mit einer eigenen Dachterrasse. In der begehrten „Elefantensuite“ ist eine runde, silberfarbene Badewanne das Highlight. Natürlich gibt es auch einen Hammam, eine blumengeschmückte Dachterrasse mit Blick auf den schneebedeckten Hohen Atlas und einen Salon mit kleiner Bibliothek. Dass sich der Service rund um die Uhr um die Gästewünsche kümmert, macht das Ganze endgültig perfekt. Der „Riad d’Ivoire“ verbindet das Lebensgefühl eines privaten Hauses mit den Annehmlichkeiten eines 5- Sterne-Boutique Hotels. Sogar einen kleinen Souvenir-Shop hat Jill Fechtmann eingerichtet; hier verkauft sie Barbouches – traditionelle marokkanische Slipper –, Kaftane, lokale Seifen und Düfte. Alles trägt ihre ganze persönliche Handschrift, alles hat sie mit dem ihr eigenen, erlesenen Geschmack ausgewählt.

Ihr Riad ist einer der luxuriösesten unter den rund 800, die es in Marrakech gibt. Von außen sind sie oft gar nicht als Herberge zu erkennen: Diese Oasen der Ruhe verstecken sich hinter den Mauern in den Gassen der Medina. Innen öffnen sich zauberhafte Höfe mit blühenden Gärten, Brunnen, kleinen Pools und Dachterrassen, von denen man weit über die Stadt bis hinauf zum Atlasgebirge sieht. Die meisten dieser liebevoll restaurierten Schmuckstücke sind im Besitz von Ausländern. Ein paar Deutsche sind darunter, meist aber sind es Engländer und Franzosen, die dem Flair der Medina verfallen. So wie Thomas Hays, Interior-Designer und Fotograf aus New York, der Freunde besuchte - und blieb. Hays kaufte sich in der Medina ein Haus, um selbst darin zu leben. Dass er es als „Riad Meriem“ schließlich für Fremde öffnete, war anfangs jedenfalls nicht geplant. Die Gäste freut es, denn Hays hat ein zauberhaftes kleines Hotel mit nur fünf Suiten geschaffen, ausgestattet mit Antiquitäten aus Marokko, aber auch aus Indien und Vietnam. Als er im letzten Jahr eröffnete, suchte Hays jemanden, der sich um das Gästehaus und die Gäste kümmert, wenn er selbst im Ausland weilt. Gefunden hat er Cyrus, einen ebenso fröhlichen wie eleganten Iraner, der seine Erziehung in Eton genoss und perfektes Oxfordenglisch spricht. Zusammen mit einigen Mitarbeitern umsorgt Cyrus die Gäste aufmerksam und doch diskret, so dass sie sich im „Riad Meriem“ zuhause fühlen.

Es gibt viele dieser Geschichten von Leuten, die sich in der roten Stadt mit ihren Minaretten, Moscheen, Gärten und geheimnisvollen Gassen wohl fühlen. Die Liste der Prominenten, die so fasziniert waren, dass sie sich ein eigenes Stadthaus zulegten, ist lang: Naomi Campbell, Madonna, David Bowie, Jean-Paul Gaultier, Alain Delon, Richard Branson, Isabelle Adjani und Mick Jagger sind dem Charme der Stadt erlegen. Einer der Ersten war Yves Saint Laurent: Er war fasziniert vom Anwesen des Malers Majorelle, das nach dessen Tod völlig verwahrloste, und restaurierte seine Häuser und den berühmten Garten. Heute leuchtet die Fassade der Villa in typischem Majorelle-Blau inmitten riesiger Bambussträucher und blau blühender Jacaranda-Bäume. Die Anlage mit Yuccas, Papyrusstauden, Palmen, Zypressen, Bougainvilleen und seltenen Kakteen verbindet auf magische Weise Architektur und Natur.
Wer nicht bei YSL zu Gast ist, findet einen ähnlich opulenten Garten bei der „Villa des Orangers“. Das von Jean Paul Compagnon geführte, ehemalige private Herrenhaus mit vier Innenhöfen am Rande des Gassengewirrs der Medina gehört zu den „Relais & Chateaux“- Hotels. Das Frühstück wird im Schatten von vier Orangenbäumen serviert, die gleichzeitig blühen und Früchte tragen. Und ein seltener Luxus in der Enge der Altstadt ist der große Pool, gesäumt von Sonnenliegen und Olivenbäumen.

Das Herz der Medina, der Ort wo alle Wege hinzuführen scheinen, ist der Jemaa el Fna, der zentrale Platz der Altstadt. Auf der Terrasse des „Café de France“ beobachten die Gäste beim traditionellen „thé à la menthe“ das wundersame Treiben auf dem Platz, der sich spätnachmittags in ein wahres Freilichttheater verwandelt. Gaukler zeigen ihre Künste, Schlangenbeschwörer betören müde Kobras mit anhaltender Blasmusik. Berberfrauen malen Touristinnen Henna-Ornamente auf die Haut, eine orientalische Tätowierung, die allerdings nicht von Dauer ist. Neben den Zauberern, Musikern, Tänzern, Affenbändigern, Wunderdoktoren und Geschichtenerzählern sind die farbenprächtig gekleideten Wasserverkäufer zu bestaunen. Riesige Orangenstände werden angekarrt. Köche beginnen, Stände voller Köstlichkeiten aufzubauen, Gemüseverkäufer türmen ihre Ware zu farbigen Pyramiden. Rauchschwaden ziehen über den Platz, verbreiten den köstlichen Duft der Garküchen. An Stand 7 verkauft Samir seinen Wundertee, eine Mischung aus Ginseng- und Ingwer. Es soll aphrodisierende Wirkung besitzen, behauptet er. Vielleicht hilft ja Allah ein wenig mit.

Denn Allah ist groß, „Allahu akbar“, schallt der Ruf des Muezzin über den Platz. Er kommt aus den Lautsprechern des 77 Meter hohen Minaretts der Koutoubia-Moschee. Turm und Gotteshaus sind eines der Wahrzeichen der Stadt. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Medina, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, gehört auch die Koranschule, die großartige Medersa Ben Youssef aus dem 14. Jahrhundert. Im Bahia Palace vom Ende des 19. Jahrhunderts ist zu erleben, in welchem Luxus die Großwesire von Marrakech lebten: Der riesige Palast in der Kasbah bedeckt eine Fläche von 80 Hektar, ein Labyrinth mit Empfangssälen, Galeriehöfen, üppig bepflanzten Innenhöfen und Wohntrakten. Hier wurden übrigens auch Szenen des Kino-Klassikers Lawrence von Arabien gedreht. Für Besucher geschlossen bleiben die 150 Zimmer des Palastes, wenn König Mohammed VI. in der Stadt Hof hält, dann beziehen Dienerschaft und königlicher Stab den Palast. Dessen orientalische Pracht fasziniert auch westliche Promis: Der amerikanische Rapstar P. Diddy hat vor kurzem den kompletten Palast gemietet, um dort mit 300 geladenen Gästen seinen Geburtstag mit einer rauschenden Party zu feiern.

Prominente, die nicht in der Altstadt residieren, ziehen gerne in eines der außergewöhnlichen Hotels in der Palmeraie. So wie die Beckhams, die gerne im Amanjena wohnen. Der einzige afrikanische Ableger der Amanresorts liegt ein paar Kilometer außerhalb der Altstadt, Richtung Ouarzazate. Amanjena bedeutet auf Arabisch friedliches Paradies und paradiesisch sind hier vor allem die Wasserspiele: Wasserbecken ziehen sich durch die gesamte Hotelanlage. Hinter mächtigen Eichenportalen führt ein neun Meter hoher Säulengang in das Innere des Resorts, wo vierzig rot verputzte Villen um ein langes grünes Wasserbassin angeordnet sind. Wasser ist auch das Thema im Spa: Im traditionellen Hammam umgibt duftender Wasserdampf den Körper. Zwischendurch seift Yasemin, die Spa-Therpaeutin, den Körper sanft ab, ehe sie ihn in eine Schlammpackung hüllt und danach abschrubbt. „Wir Marokkaner gehen einmal in der Woche ins Hammam. Das ist bei uns Tradition“, erklärt sie, als sie nach dem wohltuenden Ritual Minzetee und Nüsse serviert. In der Ruhe des Amanjena erscheint das quirlige Leben in der Medina fast unwirklich und weit weg. Dabei sind es nur ein paar Minuten Fahrt, bis einen Mohammed, der Ober, im „Café de France“ auf dem Jemaa el Fna begrüßt. „Kommen Sie wieder“, fragt er höflich. „Nächstes Jahr, ganz bestimmt“. Er schaut kurz nach oben und lächelt: „Inschallah!“- so Gott will. Vielleicht hilft ja Allah auch diesmal ein wenig mit.

 

Angsana Riads Collection Marrakech

Traumhaft entspannen
In einem Riad wohnen und vier andere kennen lernen, um dort zu dinieren oder im Hammam zu entspannen – diese Chance bietet die neue Angsana Riads Collection. Die ersten fünf stilvoll und luxuriös eingerichteten Medinahäuser in der Altstadt von Marrakesch wurden nach liebevoller und aufwändiger Restaurierung im Dezember 2007 eröffnet: Bis zum Sommer eröffnen weitere drei Riads. Die lauschige Location für Frühstück, Lunch und Dinner kann man sich in den Riads (mit je 6-8 Zimmern und Suiten) selbst aussuchen, sei es im romantischen Innenhof, auf der Terrasse der eigenen Suite, im Dachgartenrestaurant oder am Pool. Alle Zimmer sind individuell eingerichtet – von größeren Suiten mit eigenem Jet-Pool und Kamin bis zu kleinen intimeren Suiten, die mit traditionellem marokkanischen Kunsthandwerk und handgewebten Teppichen ausgestattet sind. Alle Riads gehören zu Angsana, dem jungen, trendigen Tochterunternehmen der Banyan Tree Hotels, die sich besonders durch ihre exzellenten asiatischen Spas auszeichnen. Deshalb gibt es für die Gäste nach einem anstrengenden Medina-Bummel ein umfangreiches Spa-Angebot, das in der Altstadt auf diesem Niveau einzigartig ist. Zimmer/Suite p.P. im DZ inkl. Frühstück von 92 Euro bis 222 Euro. www.angsana.com
Claudia Bette-Wenngatz

 

AnaYela

Traum aus 1001 Nacht
Ist es der cremeweiße Luxus, in dem man sich sofort wohl fühlt? Die schimmernden Tadlakt Wände, Säulen, Böden, alles kunstvoll ausgeleuchtet ? Der Pool im Patio oder die gemütlichen Mega Kissen, die so im Stadtpalast verteilt sind, dass sich Gäste darauf ungezwungen treffen können, einen Drink nehmen, reden? Die weißen weichen Lederpantoffeln, in die man im Eingang schlüpft, Henna Künstlerinnen und Märchenerzähler, die man am Abend beim Dinner trifft? Oder ist es die Geschichte selbst, auf der das Haus sozusagen gebaut wurde? Sie erzählt vom Brief eines jungen Mädchens, der beim Umbau gefunden wurde: „Ana Yela, ich bin ein Mädchen und 16 Jahre alt. Heute ist der letzte Tag, an dem ich in unserem wunderschönen Haus lebe, das mein Großvater vor vielen Jahren erbaut hat...“. Durch ihren Brief wurde Ana Yela zur Patin für den zauberhaften, sehr privaten Riad, der seit 2007 für Gäste geöffnet ist. Moderne Botschafter aus der Welt hinter den Palastmauern gibt es allerdings auch: Internet, Personal Shopper und Chauffeur gehören zum Service. Der Luxus-Riad ist ein besonderes Kleinod in der Medina: Er beherbergt nur drei Zimmer und zwei Suiten, ist klein, aber äußerst fein. Dahinter steht der deutsche Erfolgs-Unternehmer Bernd Kolb mit seiner Frau Andrea. Kolb war bis 2007 im Vorstand der Telekom – jetzt hat er sich in Marrakech einen Traum verwirklicht. Riad AnaYela, Zimmer ab 290 Euro, kompletter Riad ab 1500.- Euro pro Nacht. www.anayela.com
Kiki Baron


Marrakech kompakt

Anreise:
Royal Air Maroc Frankfurt - Marrakech Economy ab 509 €
Business ab 997,20 €
www.royalairmaroc.com
Tui fly ab Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart – Marrakech ab 310€
www.tuifly.com

Einreise
Es genügt ein noch 6 Monate gültiger Pass

Preise der Riads:
Riad Meriem
www.riadmeriem.com
Preis pro Person / Nacht inkl. Frühstück ab 105 Euro

Riad Noir d’Ivoire
www.noir-d-ivoire.com
Preis pro Person / Nacht inkl. Frühstück ab 90 Euro

La Villa des Orangers:
www.villadesorangers.com
Preis pro Person / Nacht inkl. Frühstück ab 155 Euro

Amanjena:
www.amanresorts.com
Preis pro Person / Nacht inkl. Frühstück ab 379 Euro


Buchung und Information:
Der Münchener Reiseveranstalter DesignReisen ist Marrakech-Spezialist und hat alle angesagten Riads im Programm. DesignReisen GmbH, Promenadeplatz 12, 80333 München, Tel. 089.90 77 88 99, www.designreisen.de


Weitere empfehlenswerte Riads:

Riad Farnatchi
Besitzer ist der englische Gastronom Jonathan Wix, der aus fünf kleineren Riads ein geschmackvolles Hotel entstehen ließ. Das Haus befindet sich in der Nähe der Koranschule Medersa Ben Yussuf. www.riadfarnatchi.com

Ksar Char Bagh
Extravaganter Palast für 26 Gäste, traumhaft außerhalb der Medina im Palmenhain, vor den Toren der Stadt gelegen. Der Innenhof erinnert an die maurische Alhambra in Granada. Tel. 00212. (0) 24 32 92 44. www.ksarcharbagh.com

Dar Les Cigognes
Das Boutique-Hotel mit 11 Zimmern und Suiten wurde aufwändig renoviert, wobei ein zweites Riad hinzu kam. Der neue Flügel, ein Kaufmannshaus aus dem 17. Jahrhundert, ist mit dem ursprünglichen Hotel über eine Brücke verbunden. Alle Zimmer sind mit ausgesuchten, marokkanischen Sammlerstücken ausgestattet. Das Restaurant serviert lokale Spezialitäten, das Terrassencafé gewährt einen Blick auf den schneebedeckten Hohen Atlas. Tel. 00212. (0) 24 38 27 40. www.lescigognes.com

Palais Rhoul
Prächtiges Resort in der Palmeraie außerhalb der Medina mit neunzehn luxuriösen Zimmern, Suiten und Zelten, umgeben von einem fünf Hektar großen Park mit Palmen und Pavillons. Im opulenten Spa mit smaragdgrünem Marmor fühlt sich der Gast in ein Orient-Gemälde von Delacroix versetzt. Minimalistisch modern dagegen die Open Air-Bar im Garten. Das weiße Mobiliar wird hier wirkungsvoll von farbigen Spots angestrahlt. Wer sich sportlich betätigen möchte, kann dies auf dem hauseigenen Tennisplatz, Reit- und Golfmöglichkeiten sind nur fünf Kilometer entfernt. Besonders beliebt bei Russlands neuer Jeunesse dorée. Tel. 00212. (0) 24 32 85 84. www.palais-rhoul.com


Sublime Ailleurs
Ein in der Palmeraie gelegenes exklusives Refugium bestehend aus drei Häusern: Villa Jinane mit zwei Schlafzimmern, Villa Jomana ebenfalls mit zwei Schlafzimmern und Riad mit vier Schlafzimmern. Jedem der drei Häuser steht ein Butler zur Verfügung, alle drei Häuser haben einen privaten Pool. Tel. 00212. (0) 24 32 96 44. www.sublimeailleurs.com



Zentrales Reservierungsbüro für Riads, Villen und Pensionen: Riads au Maroc, Centrale de Réservations, 1 rue Mahjoub Rmiza, Guéliz, Tel. 00212. (0) 44 43 19 00, www.riadomaroc.com; oder www.riads.morocco.com, www.marrakech-holiday.com


Restaurants:
Dar Yacout – Das Restaurant ist einzigartig in Interieur und Ambiente, ein Palais mit Säulen und Wänden aus Tadelakt - eine Mischung aus Kalk und Farbe, glatt wie Marmor. Die Räume schimmern in Purpurrot, Safrangelb und Smaragdgrün. Prächtige Kamine, kunstvolle traditionelle Leuchten, überall Kerzen. Dazu gedämpfte marokkanische Musik. Die Ober servieren in Pluderhosen und Fez beste marokkanische Küche. Tel. 00212.(0) 24 38 29 29.

Le Foundouk - Wer gut essen möchte in einem berauschenden Interieur, dem sei ein Besuch in dieses Restaurant empfohlen. Die ehemalige Karawanserei liegt mitten in der Medina Souk Hal Fassi. Die Speisekarte reicht von traditioneller marokkanischer Küche bis zu internationalen Gerichten. Den Aperitif sollte man auf der Terrasse genießen. Tel. 00212.(0) 44 37 81 90. lefoundouk@wandadoo.net.ma

Le Tobsil – Versteckt im Straßengewirr der Medina bietet Chistine Rio nach aufwändiger Renovierung in diesem intimen Restaurant gehobene "Cuisine Maroccaine" bei Kerzenlicht.
Tel. 00212. (0) 44 40 52.

L´Abyssin – internationales Restaurant mit kreativer, leichter Küche im Garten des „Palais Rhoul“, sehr gestylt in einem großen, weißen Zelt mit Separés. Im Sommer speist der Gast unter dem Sternenhimmel mit Blick auf ein Wasserbassin. Im Winter wird das Dach geschlossen. Tel. 00212. (0) 24 32 85 84; www.palais-rhoul.com

Eine Reservierung ist für alle Restaurants unbedingt erforderlich

Cafés:
CAFE ARABE – sehr stylisch. Marokko meets Italy: Die Besitzer sind Italiener. Köstliches Gebäck und guter Cappucino. Tel. 00212. (0) 24 42 97 28. www.cafearabe.com

Café des Épices
Trendiges Café über mehrere Stockwerke mitten im Souk an der „Place des Épices.“ Bei einem Minztee und Snacks genießt man einen herrlichen Blick von der Terrasse auf den belebten Platz mit zahlreichen Verkaufsständen. Tel. 00212.(0) 24 39 17 70. www.cafedesepices.net

Nightlife
Le Comptoir East meets West.
Restaurant und Loungebar, 37, Avenue Echouhada, Tel. 00212. (0) 24 43 77 02. www.comptoirdarna.com

Pacha
Dependance der legendären Disko auf Ibiza. Zwei Restaurants, Lounge, Außenpool. Bd. Mohammed VI, Zone hôtelière de l’Aguedal, Tel. 00212. (0) 24 38 84 00. www.pachamarrakech.com

Theatro
Hier heizen internationale DJs den Tanzwilligen ein. Hotel Es-Saadi, Bd. El Quadissia
www.theatromarrakech.com

Shopping
Souks: Man kann stundenlang durch die Souks bummeln und sich an dem bunten Angebot erfreuen. Wer etwas kaufen möchte, muss um einen angemessenen Preis feilschen. Die Hälfte des angegebenen Preises sollte der Ausgangspunkt der Verhandlung werden, um sich dann irgendwo in der Mitte zu treffen. Die Zeiten wo man mehr oder weniger genötigt wurde, etwas zu kaufen, sind Gott sei Dank vorbei, denn es wurde verboten, die Touristen zu bedrängen.
Les Parfums du Soleil: Parfums von Abderrazzak Benchaabane. Résidence Yacout, Rue Tarik Ibn Ziad, Guéliz, Tel. 00212.(0) 44 42 26 27.

Scenes de Lin: In Anne-Marie Chaouis Laden in Guéliz gibt es nicht nur Leinen, sondern eine große Auswahl Stoffe in bester Qualität. 30, rue de la Liberté Tel. 00212.(0) 24 43 61 06.
Ministero del Gusto: Die Italienerin Alessandra Lippini und ihr Partner zeigen Design und Kunst. 22, Derb Azouz, el Mouassine Tel. 00212.(0)24 42 64 55. www.ministerodelgusto.com

Chez Abdel: Ob Lampen, Vasen oder Teller, Abdels Kreationen sind originell und geschmackvoll. 17 Souk des Teinturiers, Tel. 00212.(0) 44 42 75 17.
Atika: Trendsetter für Lederwaren und Schuhe. 34 rue de la Liberté, Guéliz, Tel. 00212.(0) 44 43 64 09

Amazonite: Schmuck, antik und modern. 94 bd. El Mansour Eddahbi, Guéliz, Tel. 00212.(0)44 44 99 26
Akkal: Der Weg hinaus ins Gewerbegebiet lohnt sich für alle, die Interesse an modernem, marokkanischem Design haben. Route de Safi, Quartier Industriel Sidi Ghanem 322, Tel. 00212.(0)44 33 59 38.

18-Loch-Golfplätze, zu buchen über Designreisen:

Royal Golf Marrakech
Das landschaftliche Kleinod war der bevorzugte Platz des verstorbenen König Hassan II. Ein Platz mit Tradition und wunderbarem altem Baumbestand.

Club Palmeraie
Eine traumhaft schöne Golfoase mitten in einem Palmengarten. Der Golfplatz de la Palmeraie liegt etwa 10 Kilometer außerhalb der Stadt und wurde von R. Trent Jones Senior gestaltet. Umgeben von üppigen Palmenhainen mit sieben künstlichen Seen.

Golf d’Amelkis
Der neueste und schönste Platz in Marrakesch. Ca. 12 km von der Stadt entfernt, direkt am Luxusresort Amanjena. Der Golf d'Amelkis ist eine der neuesten Kreationen vom Amerikaner Cabbel B. Robinson, zwischen Wüste und alten Olivenbäumen, mit dem Hohen Atlas Gebirge als Hintergrund.

Klima:
Im Winter herrschen Temperaturen um 22 Grad. Nachts kann es sehr kalt werden. Regen ist selten, aber wenn es regnet, wird es kühl und ungemütlich. Die Monate Juli – August können sehr heiß sein.

Beste Reisezeit:
Frühjahr und Herbst


Literatur
Die Stimmen von Marrakesch
von Elias Canetti

Reiseführer
Marokko - Der Süden
DuMont Reise-Taschenbuch

Sonstiges
Marrakech Motos: Verleih von Fahrrädern, Motor-Rädern und Rollern. 31 route de Casablanca, Tel. 00212. (0) 44 44 83 59.

Ciel d’Afrique: Fahrten mit dem Heißluftballon über das Atlasgebirge.
Sidi Abad, Tel. 00212.(0) 44 43 28 43.


 

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NO DOGS, NO LADIES!

Endlich haben auch Deutschlands Männer eine Zufluchtsstätte, zu der Frauen keinen Zutritt haben: In München hat der erste Spa nur für Ihn eröffnet.
Der feine britische Gentleman genießt diese Privilegien dagegen ganz selbstverständlich. Und auch bei den Herren der Schöpfung von Paris bis Brisbane liegen Verschönerung und Wohlbefinden schon längst im Trend. TW-Autorin Susanne Faust durfte einen kleinen Blick in die besten Männer-Spas der Welt werfen.

London gilt seit Generationen als Brutstätte smarter Dandys und gepflegter Gentlemen. In bester Tradition werden bis heute in feinen Clubs Zigarren geraucht, Verhandlungen geführt und neue Ideen ausgefeilt. Dabei bleiben die Herren unter sich, versteht sich. Auch in Sachen Spa gibt es Orte „for Gentlemen only“. Die männlichen Lifestyle-Menüs richten sich an den ganzen Körper, inklusive Anti-Aging-Behandlungen von Kopf bis Fuß, Mani- und Pediküre.
Die feine englische Art - Business-Termine mit einem Stop-over im Spa zu verbinden - wird zunehmend auch in anderen Städten zelebriert. Beauty und Wellness sind inzwischen weltweit ein fester Bestandteil im Leben eines Mannes, der bei attraktiven Damen punkten will. Auch im Hinblick auf die Karriere sind gutes Aussehen und körperliche Fitness Erfolgsfaktoren. Mussten sich bislang deutsche Männer zwecks Verschönerung ins Ausland begeben, hat die Suche nach einem passenden Wellness-Tempel für das starke Geschlecht nun ein Ende: Im April öffnete mit dem Media Spa in München das erste Men only Spa. Das Dorado für rein männliches Wohlbefinden ist und bleibt aber die britische Hauptstadt.


The Refinery, London
Ladies können ihren Gentleman hier getrost abgeben und sich ihren (Shopping-)-Geschäften widmen. The Refinery ist ein Day Spa nur für Männer. In dem noblen Townhouse kann „Mann“ sich auf fünf Etagen verwöhnen lassen. Im Erdgeschoss bekommen die Herren einen guten Schnitt, natürlich mit Barbierservice. Oben gehen die Körper- und Gesichtsbehandlungen mit Produkten von Dermalogica, Aromatherapy Associates und Shu Uemura unter die Haut. Das „Ionie-thermie Super Body Treatment“ lässt in 90 Minuten die ungeliebten „Love Handles“ ein wenig schmelzen – Algen und Schlamm bedecken den Körper und mineralisieren ihn, danach wird der Mann noch unter Strom gesetzt....

Die Highlights für Eilige heißen „Pit Stop Treatments“. Dahinter stecken 15-minütige Behandlungs-Quickies, die in kurzer Zeit viel Entspannung bringen. Damit keiner die wichtigsten News und Börsennachrichten verpasst, sind überall LCD Fernseher für Nachrichten installiert. In der Relaxing Lounge sollen auch schon ganz entspannt große Deals unter Dach und Fach gebracht worden sein. Übrigens: Kaum ein Mann verlässt den Spa ohne ein Produkt der Hausmarke „Refinery“. Das Rasieröl ist der absolute Top-Seller.
60 Brook Street, London, W1K 5DU, England, Tel. 0044.2074092001,
www.the-refinery.com


Nickel, London
Vor gut einem Jahr hat das französische Kultlabel Nickel auch für englische Herren direkt am Covent Garden seine Türen geöffnet. Der minimalistische Clean-Chic mit Metallwänden überzeugt vor allem die nicht ganz so traditionellen Gentlemen. Sie gönnen sich in der Mittagspause 30-Minuten-Treatments für Hände, Gesicht und Füße. Nach dem Job, an freien Tagen oder wenn mal etwas mehr Zeit ist, hat sich die Hot-Stone-Massage als Renner durchgesetzt. Die Behandlung mit aufgeheizten Basaltsteinen lockert selbst den verkrampftesten Büronacken. Kurz vor dem Eindösen holen eisige Marmorsteine auf dem Rücken den entspannten Geist in die Wirklichkeit zurück. Beliebt sind auch Aromatherapie-Massagen, die mit ökologisch-korrekten Ölen Verspannungen lösen. Ästheten, die Falten nicht als gelebte Erfahrung sondern als Ärgernis sehen, lassen die Spuren der Zeit unter ärztlicher Aufsicht durch eine Botox-Injektion, Mirkodermabrasion oder Fruchtsäure-Peelings entfernen. Zur Nachpflege können im Parterre die passenden Produkte geshoppt werden.
27 Short Gardens, Seven Dials, Tel. 0044.20 72 40 40 48, www.nickelspalondon.co.uk


Duke & Co, London
Mittten in Mayfair gibt es einen Ort, der sich ganz und gar auf Männerhaut spezialisiert hat und verspricht, das Gegengift zum ungesunden Leben in der Stadt im Sortiment zu haben. The Duke & Co bietet Erste-Hilfe-Treatments, um die Folgen von Jetlag, anstrengenden Bürotagen und exzessiven Partynächten unsichtbar zu machen. Das spezialisierte Team berät und verwöhnt in relaxter Atmosphäre, welche Behandlung welchen „Zustand“ am schönsten in den Griff kriegt. Das „Energising Face Resue Facial“ soll zum Beispiel Robbie Williams schon mal wieder hergestellt haben. Eine indische Kopfmassage oder das „Billion Dollar Smile“-Zahnaufhellungs-Programm ergänzen die Intensiv-Pflege mit Produkten von La Prairie, Acca Kappa oder Dermalogica. Und damit alles schön glatt geht, rundet Profi-Waxing das Angebot ab.
Curzon Street 46, Tel. 0044.20 74 93 04 99, www.dukeandco.co.uk

Gentlemen’s Tonic, London
Klare Linien sind Männersache. Die sind bei Gentlemen’s Tonic in sachlichen Farben gehalten, dazu dunkles Holz und Leder. Der Edel-Look verbindet sich aufs Schönste mit HighTech. Das Team ist ganz auf die äußere und innere Wertsteigerung ihrer männlichen Gäste getrimmt: Ganzheitliche Coachings machen den Lifestyle-Anspruch komplett. Dazu zählen neben richtiger Ernährung auch Stil- und Farbberatung mit einem Shopping-Guide. Den letzten Schliff geben Whitening-Behandlungen, die das Image einer strahlenden Erscheinung aufpolieren. Der Besteller ist das „Hemingway-Treatment“. Es beinhaltet ein Facial und eine Massage mit Aromaölen, dazu wird stilvoll eine Bloody Mary serviert. Die Produktpalette umfasst 20 Marken, darunter Jurlique, Dermalogica und Sothys. Für Cowboys unterhält Gentlemen’s Tonic eine Filiale in Houston, Texas.
London: 31 A Bruton Place, Mayfair, London W2J 6NN, Tel. 0044.20 07 29 77 43 43, www.gentlemenstonic.com
Houston: 1180-04 Uptown Park Boulevard, Uptown Park, 77056 Houston, Tel. 001.713. 3 63 00 55

Media Spa, München

Es ist soweit: Seit April können sich auch Deutschlands Männer zu ihrem Wunsch nach Schönheit oder zumindest besserem Aussehen bekennen.
Denn mit dem Münchener MediaSpa gibt es endlich nun auch hierzulande eine Beauty- und Wellnessoase exklusiv für Ihn. Schauspieler Erol Sander hat sich bereits geoutet und das volle Programm gebucht.
Das Besondere daran: Man bucht keine bestimmten Treatments, sondern Zeit: wahlweise 45, 60, 90 Minuten - oder auch mal fünf Stunden, wenn man sich was besonders Gutes tun will. Alles Weitere wird in einem ausführlichen Beratungsgespräch geklärt – und dann legen kundige Hände los. Die Treatments pflegen und reinigen z.B. mit Meeresschlamm-Packungen, Meeressalz-Peelings und Thermal Therapie.
Relaxen kann man aber nicht nur bei den Behandlungen, sondern auch bei einem Saunagang oder in der Chill-Out-Lounge des trendigen Wellness-Retreats mit Plasmabildschirm, W-Lan und leckeren Drinks.
Media Spa, Palais am Jakobsplatz, Oberanger 34-36, München Tel: 0800.24 24 200, www.mediaspa.de


Ken Club, Paris
Schnell reinschauen und sich sofort in die Horizontale begeben, um eine Shiatsu-Massage zu bekommen, ist schwierig. Im Ken Club steht vor der Behandlung die Warteliste, die Treatments sollten langfristig geplant werden. Seit 20 Jahren gilt der Ken Club als eine der Top-Adressen für Fitness, Beauty und Spa. Auf 1.700 Quadratmetern sind Indoor-Pool, Hamam, fünf Behandlungsräume, Friseur, eine Innen- und eine Außen-Lounge zum Chillen untergebracht. Perfekt, um vor oder nach dem Treatment mit Carita- oder Decléor-Produkten tief durchzuatmen. Bei klarem Himmel locken die Liegen auf der großzügigen Sonnenterrasse. Manager schätzen das Wi-Fi-Angebot im Restaurant, weil sie entspannt auf dem Laufenden bleiben können. Der gesamte Club strahlt Eleganz und Coolness aus und bietet einen herrlichen Blick ins Grüne.
Avenue du Président Kennedy, 75016 Paris, Tel. 0033.01.46 47 41 41, www.kenclub.com


The Spa, Jebel Ali Golf Resort & Spa, Dubai
„Time for Men“ heißt das Programm, das sich seit August allein dem guten Aussehen der männlichen Gäste widmet. Entwickelt wurde es von der international anerkannten Spa-Linie Elemis. Die maskulin in nachtschwarz verpackten Produkte und die extrem pflegenden Treatments verwöhnen die vom wüsten Klima gestresste Haut perfekt. Das „Elemis Skin IQ Facial“ legt Feuchtigkeits-Reserven an, das „Urban Cleanse Facial“ fegt selbst das letzte Sandkorn aus den Poren. Männer, die das „Total Time out for Men“-Treatment buchen, erhalten zusätzlich eine intensive Massage mit naturreinen Aromaölen. Die Räume des neuen Luxus-Spa sind mit schwarzen Mosaiken bewusst dunkel gehalten, sanftes Kerzenlicht sorgt während der Massagen für zusätzliche Entspannung. Das kommt so gut an, dass kaum ein Mann geht, ohne das Elemis Drei-Stufen-Pflegeprogramm, das die Haut reinigt, glättet und schützt, in einer schicken Tüte davonzutragen.
Jebel Ali Golf Resort & Spa, PO Box 26500, Dubai, Tel: 00971.4315 4350/1, www.jebelalihotel.com

, Jumeirah Emirates Towers, Dubai
Damit sich die Herren der Schöpfung nicht benachteiligt fühlen, gibt es im angesagten City Hotel mit den Zwillingstürmen neben einem Chopard Ladies Floor nun auch dasThe Male-Spa. Vier Behandlungsräume, ein Ruhebereich sowie ein Floating Pool sorgen dafür, dass sich die Gäste nach langen anstrengenden Flügen, stressigen Meetings oder Konferenzen rund um wohl fühlen.
Das Programm schließt verschiedenste Massagen und Anwendungen ein, wie etwa eine entspannende Jet-Lag-Behandlung, eine revitalisierende Massage mit heißen Vulkansteinen oder eine exotische Hawaiian Lomi Lomi Massage. Zusätzlich werden Gesichtsanwendungen, wie das Oxygen Facelift sowie Hand- und Fußbehandlungen mit Anti-Stress-Wirkung angeboten. In der Oxygen Bar kann der Gast reinen Sauerstoff einatmen und somit seinen Jetlag in Sekundenschnelle kurieren und Energie zurückgewinnen.
Besonderes Highlight: der „Flotation Pool“, in dem Er sich eine Stunde lang treiben und bei leiser Musik in vollkommene Entspannung gleiten lassen kann. Der hohe Salzgehalt des Wassers versetzt den Körper in einen absoluten Wohlfühlzustand und bewirkt, dass der Gast genauso erholt ist wie nach acht Stunden Schlaf.
The Male Spa, Jumeirah Emirates Towers, P.O. Box 72127, Dubai, Tel: 00971. 4 3198181, www.jumeirahemiratestowers.com

The SPA, Millennium Hilton Bangkok
„In a gents world you need to be fresh faced, stay young-looking, enjoy restful sleep and take time out“. So das Motto von The Spa des Millennium Hilton Bangkok. Womit eigentlich schon alles gesagt wäre. Oder doch nicht ganz: Denn neben den speziellen Treatments für den Mann, wie der Skinfit-Maske mit Kaviar aus dem exklusiven, in Europa aber kaum bekannten Pevonia-Programm, dem O2 Marine Facial mit Thalgo-Produkten oder dem Ocean Treatment bietet das puristisch edle Spa wohl Einmaliges: „Time out with dad“, sprich ein Wohlfühl-Package für Vater und Sohn. Damit haben erstmals nicht nur die großen Gents, sondern auch die kleinen Sirs das Vergnügen eines echten „Männer“-Treatments. Das Programm im Doppelpack gibt es als Energizer oder Refresher, aber stets für beide gemeinsam. Und wenn Vater und Sohnemann dann auf der Terrasse des zeitgenössischen Hilton Hotels am Ufer des Chao Phraya ihren Tee genießen, haben sie bestimmt einiges zu erzählen...
The Spa, Millennium Hilton Bangkok Hotel,
123 Charoennakorn Road, Klongsan, Bangkok 10600
Tel: 0066.2 442 2000, www.hilton.de/bangkok

Number 19, Brisbane, Australien
Eines der größten Männer-Day-Spas liegt an der Goldküste am anderen Ende der Welt. Im Number 19 in Brisbane dreht sich alles nur um Ihn. Das Spa ist eine Erfindung von Promi-Footballer Jamie Charman mit der Rückennummer 19 (aha!) und der Star-Friseurin Caroline Haddad. Sie setzen in klarem, plüschfreien Ambiente auf ganzheitliche Behandlungen. Natürlich steht neben Facials und Körperanwendungen wie Cocoon- und Hot Stone-Therapie ausgefeiltes Haar-Styling auf dem Programm. Im Team sind Ernährungswissenschaftler, Personal Trainer und ein Schönheitschirurg, alles Experten mit langjähriger Erfahrungen im Beauty- und Gesundheitsbusiness. Da bleiben kaum Wünsche offen, jedenfalls, wenn’s ums gute Aussehen geht.
No.19 Men's Day Spa, Shop 1, 188 Grey Street, Southbank, Brisbane BC 4101, Tel: 0061.38 44 4 455, www.no19.com.au


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GIPFEL DER GENÜSSE

GULASCHSUPPE, GERMKNÖDEL UND CO SIND SCHNEE VON GESTERN. HEUTE GILT AUCH AUF DEN BERGEN FEINKOST ALS DAS HÖCHSTE.

Eine halbe Hand voll Kaviarkügelchen, wilder Räucherlachs aus schottischen Gewässern, feinste Foie Gras mit einem Preiselbeerkleks. Dazu ein Kübli Veuve Cliquot aus kältebeschlagenen Kelchen. Man wähnt sich in einem Pariser Edelbistro. Und tafelt in Wirklichkeit mit Blick auf das markante Profil der Corviglia, einer der bestbesuchten Bergspitzen in der feudalen Graubündner Gipfelwelt. Der haubengeeichte Hausherr heißt Reto Mathis und zählt zu den innovativen Pistenprofis, wenn es um Schlemmeradressen im Schnee geht. Es gibt im fashionablen St. Moritz imer mehr Wintersport-Gäste, die gar nicht erst so tun, als wollten sie sich auf schwarzen Pisten profilieren, sondern gleich in Pelz und Prada-Brille eine Gondelfahrt machen, um das besondere Flair dieses Feinschmeckertempels auf 2486 Meter Höhe zu genießen. „Mathis Food Affairs“ ist am 29. Januar 2007 nicht von ungefähr Austragungsort der Dynamite Opening Party, mit der das 14. St.Moritz Gourmet Festival beginnt, zu dem sich jedes Jahr Spitzenköche aus ganz Europa treffen. Es ist kein Geheimnis: Rund 100 Jahre Wintersport in den Alpen haben das Leben in den Bergen vollkommen verändert. Aus einfachen Familienpensionen mit Gästezimmern ohne Bad wuchsen kleine, feine Luxushotels im Schnee – mit allem erdenklichen Komfort. Einfache Käsebrote und minutenschnell gewärmte Gulaschsuppen als Quintessenz des guten Lebens sind endgültig Schnee von gestern. Die Brotzeiten auf den Berghütten können sich heutzutage als Schlemmer-Schmankerl sehen lassen. Und auf den Gipfeln und in den Tälern tummeln sich immer mehr hoch dekorierte Küchenkünstler, um das Leben am Rande der Pisten so perfekt und so verführerisch wie möglich zu gestalten. Während Maitre Mathis zu den schillernden Figuren der Feinschmeckerelite im Schnee zählt, blüht Stefan Hofer eher im Verborgenen. Obwohl ein Fußball-Kaiser, ein singender Abfahrtskönig und ein Tennis-Champion zu seinen Stammgästen zählen, steht der Kitzbüheler „Neuwirt“ nicht auf der Hitliste der Haubenlokale in den Alpen. Hinter der traditionell-tirolerischen Fassade des Schwarzen Adler setzt die Hoteliersfamilie Harisch vielmehr auf absolutes Understatement. Schlichte Holzelemente in weichen Schilftönen drosseln die traditionelle Alpenromantik in den behaglichen Sitzecken der drei Tiroler Stuben, und Schwarz-Weiß-Bilder aus den abfahrtssiegreichen fünfziger und sechziger Jahren erinnern daran, dass das gediegene Familienhotel im Zentrum von Kitzbühel seinerzeit Elternhaus von Olympiasieger Ottmar Schneider war. Zum Prinzip Understatement passt auch der Auftritt des eher bescheiden wirkenden Küchenchefs, der allerdings keinen Grund hat, sein von Saison zu Saison heller strahlendes Licht unter den Sche?el zu stellen: 2002 honorierte der Gault Millau sein Können mit zwei Hauben und im vergangenen Jahr folgte als weitere Bestätigung ein Stern im Koch-Olymp des Guide Michelin. Unter dem Motto „klein, aber sehr, sehr fein“ bietet der Neuwirt Platz für maximal 60 Feinschmecker, die hier allabendlich liebevoll bekocht werden. Wer genau weiß, was er will, ordert à la carte. Wer neugierig auf Neues ist oder einen besonderen Grund zu feiern hat, überlässt sich der Kreativität des Küchenchefs in einem der saisonal wechselnden Degustationsmenüs. „Unsere Gäste reisen durch die ganze Welt, haben viele Vergleichsmög-lichkeiten und sind dementsprechend anspruchsvoller denn je“, erklärt Stefan Hofer. Er weiß, wovon er spricht, denn er hat 20 Jahre lang in renommierten europäischen Häusern seine Erfahrungen gesammelt. „UNSERE GÄSTE SIND ECHTE GLOBETROTTER. SIE KENNEN DIE WELT UND WERDEN – ZU RECHT – IMMER ANSPRUCHSVOLLER.“Dabei verbrachte er 13 Winter in der Küche des legendären Arlberg Hospiz und kochte in so tren-digen Toplokalen wie dem Tristan auf Mallorca. Nach dem Prinzip „Man muss auch während der Saison ständig weiter experimentieren“ ist das sechsköpfige Team um Stefan Hofer immer für Ideen offen. Was daraus entstand und weiterhin entsteht, liest sich in den diversen Menüvorschlägen wie folgt: Wurzelcremesuppe mit Kernöl und Krebsen, Gänsestopfleber Variationen mit Birnen und Schokolade, zweierlei vom heimischen Schwein mit Kraut und Speck, rosa gebratener Rehrücken in der Schwarzbrotkruste mit Balsamico-Kirschen und Rosenkohl oder Schokoladen-Kürbis-Lavendel-Dessert. Kitzbühel hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem Weltdorf des Wintersports entwickelt, wobei der Bezug zum Bodenständigen zu keiner Zeit verloren ging. Während das Sze-nelokal „Lois Stern“ mit feinsten asiatischen Schmankerln kulinarisch aus der Reihe tanzt, bestehen Bilderbuchgasthäuser wie „Zum Rehkitz“ auf der Bichlalm, die „Giggling Stuben“ oder der „Hallerwirt“ im benachbarten Oberaurach als beste Beispiele für veredelte Tiroler Küche. Jährliche Gastro-Events wie das Davidoff Gourmetfestival oder der S.Pellegrino Sterne-Cup der Köche dienen als Inspiration und Belebung der einheimischen (Berg-) Spitzengastronomie. Tops of the Alps“ aus kulinarischer Sicht gilt für immer mehr einstige Wirts-häuser und Berghütten – nicht nur in den Winterparadiesen Schweiz und Österreich. Und natürlich auch für kleine, schicke Berghotels, die nicht nur wegen ihrer Lage für wedelfreudige Gourmets zum Höchsten zählen, was es in den Alpen gibt ...

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Check in bei Coppola

WIE WÄR’S MIT FRÜHSTÜCK IM CHALET VON ROBERT REDFORD? LUNCH IN DER URWALD-LODGE VON FRANCIS FORD COPPOLA? EINEM SUNDOWNER BEI GLORIA ESTEFAN IN SOUTH BEACH? ODER EIN PAAR NÄCHTEN BEI MICHAEL DOUGLAS AUF BERMUDA?

Es ist Liebe auf den ersten Blick, als Regisseur Francis Ford Coppola im Regenwald von Belize auf eine abgelegene Hütte stößt. Hier, so beschließt er spontan, will er sich niederlassen und an neuen Drehbüchern schreiben. Nicht einmal in seinen kühnsten Träumen wäre ihm damals, 1981, eingefallen, dass dieser Entschluss der Beginn seiner Karriere als Hotelbesitzer sein könnte. Doch das Privathaus des Starregisseurs wird durch zahlreiche Anbauten immer größer, Freunde und Besucher immer zahlreicher, schließlich ist es ein veritables Hotel. So ähnlich geht es etlichen seiner Kollegen aus der Traumfabrik Hollywood. Von Berufs wegen an feudalste Herbergen gewöhnt, betten sie privat das berühmte Haupt lieber in kuschelige Daunen in romantischen Holzhäusern anstatt unter pompösen Baldachinen. So geschehen bei Robert Redford und seinem Kollegen Clint Eastwood, die ihren Hotelgästen lieber ganz zwanglos Butterbrot und Steaks servieren lassen, anstatt Kaviarhäppchen und Hummerschwänze. Natürlich gibt es auch Stars, die kommerzieller denken. So etwa George Clooney, Julio Iglesias, Leonardo di Caprio, Cameron Diaz und Modeschöpfer Oscar de la Renta, die ihr Geld entweder in weitläufigen Hotel- und Apartmentblocks anlegen oder sich an großen Ferienanlagen beteiligen. Meist überwiegen jedoch der eigene Geschmack und ganz persönliche Vorlieben: Bono, Frontmann der Kultband U2, Michael Douglas und Abba-Sänger Benny Andersson suchten sich passende Objekte an den Stätten ihrer Kindheit. Gloria Estefan fand ebenso wie Madonna Spaß am Renovieren eines Art Deco Schmuckstücks in Miami Beach, Naomi Campbell vermietet sogar ihr privates Refugium in einem Resort. Auch die Sportler sind im Vormarsch. Steffi Graf und Ehemann Andre Agassi planen zwei Sporthotels mit viel Wellness im Bundesstaat Idaho. Und Formel -Pro David Coulthard hat ebenso wie Film-Bösewicht John Malkovich schon soviel Gefallen am Dasein als Gastgeber gefunden, dass beide inzwischen Hotel Nr. 3 eröffnen. Doch zurück zu FILMREGISSEUR FRANCIS FORD COPPOLA: Seine „Blancaneaux Lodge“ mit romantischen Dschungel-Cabanas und modernen Stelzenbauten an einem Flussufer von Belize gehört inzwischen zu den exklusivsten Hotelanlagen Mittelamerikas. Der Hausherr hat die Räume mit Requisiten aus seinen Filmen ausgestattet, ist mächtig stolz auf sein eigenes Wasserkraftwerk, den original italienischen Pizzaofen und den hauseigenen Gemüsegarten und steht für Stammgäste auch gern mal selbst am Herd und kocht Pasta.„Ich möchte dieses Stückchen Erde schützen“, erklärt HOLLYWOODLEGENDE ROBERT REDFORD, als er 1961 im US Bundesstaat Utah in der Nähe von Park City einen ganzen Canyon von rund 2500 Hektar kauft. Zuerst baut sich der Pferdepflüsterer sein eigenes Haus, nach und nach kommen 96 rustikale Chalets aus reinen Naturmaterialien dazu, das ökologische Hoteldorf Sundance. Über die Jahre etabliert er das Resort auch als Forum für Filmemacher. Er selbst sitzt gern mit Freunden am Kamin und diskutiert bis spät in die Nacht hinein über neue Projekte. Inzwischen pilgert halb Hollywood zu seinem Sundance Filmfestival in die Bergwelt.

Stars und Sternchen reißen sich darum, in romantisch-rustikalen Pinienholzbetten unterm dicken Daunenbett zu kuscheln und durch kleine Holzfenster auf die Wälder des Mount Timpanogos zu schauen.Die Mischung aus Rüschenlook und ländlicher Romantik kommt auch gut an bei den Gästen der „Mission Ranch“ im kalifor-nischen Carmel an der malerischen Küste von Big Sur. WESTERNHELD CLINT EASTWOOD erwarb dort vor zwanzig Jahren „für eine Handvoll Dollar“ ein spanisches Missionshaus in spektakulärer Lage auf der Monterey Halbinsel, ließ die Ge-bäude aus dem 19. Jahrhundert aufwändig restaurieren und machte daraus ein kusche-liges Country Hotel. Dank seiner Hollywood-Dollars, mit denen er Land aufkauft und un-berührt lässt, bleibt die Naturidylle frei von Reklamewänden, Mc Donalds und Hot Dog Ständen. Dirty Harry macht sich in den nächsten Jahren zum Saubermann von Carmel, lässt sich sogar zum Bürgermeister wählen und engagiert sich sozial wie politisch dafür, dass die Künstlerkolonie, in der einst Hemingway und Jack London lebten, nicht zum schnöden Touristik-Hot Spot verkommt.Derartiges Engagement ist für FILM-BEAU GEORGE CLOONEY dagegen kein Thema. Er will möglichst viele Dollars verdienen mit seiner Investition in das Milliardenprojekt Las Ramblas im Spielerstaat Las Vegas. In der Wüstenmetropole werden zur Zeit alte Casinos niedergerissen, um aufwändigen Hotel-, Spiel- und Wohnanlagen Platz zu machen. Und Glücksritter George will wie in dem Erfolgs-Movie „Ocean’s Eleven“ mit dabei sein, wenn die Dagobert Ducks von Las Vegas den Kuchen neu verteilen. Zur Zeit steht der Bau des pazifikblauen Wohn- und Hotelkomplexes mit gleich mehreren Casinos zwar nur auf dem Papier, Clooney hat jedoch bereits Interesse an anderen modernen Glücksburgen in der Spielerstadt angemeldet, die dieses Jahr 75. Geburtstag feiert.POP-IKONE GLORIA ESTEFAN muss nicht einmal eigenes Geld investieren, als sie das „Hotel Cardozo“ in Miami Beach entdeckt. Damals in den neunziger Jahren genügt ein verliebter Blick und Ehemann Emilio schenkt seiner Frau das Art Deco-Prachtstück am berühmten Ocean Drive. Das exilkubanische Paar, mit 70 Millionen verkaufter Platten Mega-Stars in der Musikszene, steckte seitdem einige Millionen Dollar in das historische Gebäude von 1939 und machte es wieder zu einem Landmark im berühmten Art Deco Viertel South Beach. Inzwischen sind die 44 elegant in Creme und Weiß möblierten Zimmer und sieben Suiten mit Blick auf die Flaniermeile Ocean Drive und aufs Meer ständig ausge-bucht, ebenso wie das Restaurant Oriente mit lateinamerikanischer und asiatischer Küche. Außerdem ist das Cardozo ein begehrter Drehort für Hollywoodstreifen. ROBIN WILLIAMS, MATT DILLON und AL PACINO standen hier schon vor der Kamera. Und wenn Hotelchefin Gloria Lust und Laune hat, gibt sie für ihre kubanischen Freunde in der hoteleigenen Martini Bar am Ocean Drive eine Gratisvorstellung. Familiensinn bewies auch OSCAR-PREISTRÄGER MICHAEL DOUGLAS. In den fünfziger Jahren hatte er glück-liche Kindertage im „Hotel Ariel Sands“ auf den Bermudas verbracht, das seiner Mutter gehörte. 1996 kehrt er als Hollywoodstar auf die Insel zurück und entschließt sich kurzerhand, fünf Millionen ..

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