Cannes
4332 How suite is it

How suite is it

Das Kino hat es schon immer geschafft, das Leben ein wenig aufregender zu inszenieren. Hotels versuchen das auch. In Cannes – wo sonst in Europa? – kommt beides zusammen

Text: Clara Silberstein

Auf der obersten Etage des Hôtel Martinez gibt es eine grandiose Terrasse – und seit Kurzem auch zwei glamouröse Suiten im Stil prominenter Namensgeber

Rihanna, Bruce Willis, Susan Sarandon, Leonardo DiCaprio, Eva Longoria … die Liste der prominenten Gäste des Hôtel Martinez ist lang. Vor allem während des Festival de Cannes flüchten sie vor dem Trubel auf der Croisette hierher und halten Hof in ihren Suiten. Auch Frankreichs Filmdiva Isabelle Huppert zählt zu den Freundinnen des Hauses – als Stammgast bei den Festspielen. Sie wird jetzt wohl noch öfter zu Besuch kommen – sie kann neuerdings in einer fantastischen Penthouse-Suite übernachten, die ihren Namen trägt. Auch Thierry Frémaux, Generaldirektor des internationalen Festival de Cannes, ist eine Suite gewidmet.

Beide natürlich auf der obersten, der siebten Etage, deren gigantische Terrasse mit Cinemascope-Blick schon immer Schauplatz glamouröser Partys war. „Beim Betreten ihres Appartements werden beide Namensgeber ein bisschen von sich selbst finden“, glaubt Interior-Designer Pierre-Yves Rochon, der die 1250 Quadratmeter der Suiten gestaltete. „Aber es wird sehr diskret sein.“ Zunächst einmal gelang ihm das Kunststück, die ehemals eher kleinen Fenster durch deckenhohe Glasflächen zu ersetzen, sodass sich das Breitwandpanorama nun auch vom Sofa aus eröffnet. Bei der Einrichtung fühlte er sich in den Geschmack der beiden Namensgeber ein.

Schlicht, sanft und in Cremetönen gehalten: Eine Suite im Hôtel Martinez wurde im Stil Isabelle Hupperts gestaltet
Für Gäste gibt´s eine persönliche Notiz der Actrice

Isabelle Hupperts Suite ist sanft und weiblich in Weißschattierungen, Cremetönen und Gold gehalten: „Die Räume sind großzügig, entspannend, auf eine gewisse Weise auch schlicht“, findet die Schauspielerin, „sie sind spektakulär, aber keineswegs aufdringlich oder erdrückend.“ Für Thierry Frémaux wurde ein männliches Boudoir mit stromlinienförmigen Mobiliar und Lichtspielhaus-Flair entworfen. Das Badezimmer ähnelt einer Garderobe, der markante schwarz-weiße Boden erinnert an alte Filme, im marineblauen Salon hat man leicht das Gefühl, in einem Kino zu sitzen. „Es ist fast ein Arbeitszimmer für mich“, amüsiert sich der Festival-Chef. Die persönliche Aura ist also allgegenwärtig. Beide waren sogar an der Kreation des exklusiven Raumdufts ihres Appartements und des eigens dafür angefertigten Porzellans beteiligt. Sie wählten die Bilder und Bücher aus, die in den Räumen verteilt wurden, sowie die Musik der Playlist und die Gerichte der speziellen Menükarte des Room Services – Isabelle Huppert wünschte sich ihre Lieblingsspeise Rühreier, Thierry Frémaux ein Pilzfrikassee.

Für Thierry Frémaux wurde ein männliches Boudoir mit Lichtspielhausflair entworfen
Schwarz-Weiß dominiert in der Suite des Festival Chefs

Très gourmet ist das beides nicht, aber wer sagt, dass Celebrities sich nur von Kaviar ernähren? Die Suiten sollen Gästen ermöglichen, für ein paar Nächte in das Leben eines Stars einzutauchen – gerne stilvoll und luxuriös, aber ohne falsche Klischees. „Bienvenu dans mon appartement, je vous souhaite un merveilleux séjour, willkommen in meinem Appartement, ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Aufenthalt, Isabelle“, steht auf einer handgeschriebenen Karte, die jeder, der die Huppert- Suite gebucht hat, bei der Ankunft vorfindet. Die wird wohl niemand achtlos liegen lassen.

Preis auf Anfrage, hyatt.com

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