Four Seasons
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Open Gates

An Mexikos Pazifikküste hat die Hotelgruppe des Tech- Milliardärs ihr erstes all-inclusive-Resort eröffnet. Das Naviva beschert ein Glamping-Erlebnis in der Natur

Text: Tina Bremer

Für Paare ohne Kinder ist das Naviva, a Four Seasons Resort, ein Paradies zwischen Wellen und Regenwald, Foto: Four Seasons

Der Kellner hält mitten im Satz inne: „Da, schauen Sie, ein Wal!“ Sofort schwenkt der Blick vom Teller aufs Meer. Und tatsächlich: Dort hinten, zwischen dem Kornblumenblau des Wassers und dem Aquamarin des Horizonts, prustet ein Grauwal eine Fontäne in den Himmel. Es wird nicht die letzte sein während unseres Aufenthalts im neuen Naviva.
An der Riviera Nayarit in Mexiko hat Four Seasons Neuland betreten und das erste All-­inclusive­-Resort der Nobelkette von Bill Gates eröffnet. Auf der privaten Halbinsel Punta Mita, die vor allem Ameri­kaner für ihre Fünf­-Sterne­-Hotels und fein manikür­ten Golfplätze schätzen. In Europa ist die Region hingegen noch so unbeschrieben wie jene Blätter der Mangroven, Palmen und Farne, zwischen die das Naviva gebettet ist. 15 Glamping-­Unterkünfte, die zwar als Zelte bezeichnet werden, aber nichts mit den wackligen Luftmatratzen und klemmenden Reißver­ schlüssen aus der Kindheit gemein haben. Apropos: Schwimmflügel wird man in der pflanzenumrankten Poollandschaft oder am Privatstrand des Naviva nicht entdecken, es handelt sich um ein Adults-­only­-Resort. Die stabilen Canvas-­Wände stehen auf Holzplateaus, zum Meer hin gehen Schiebetüren aus Glas, die nach Belie­ben zur Seite geschoben werden können. Dann verstummt die Klimaanlage und kühlt eine frische Brise das Wohn-­ und Schlafzim­mer. Auf der Veranda tänzeln Flammen in einer Feuerschale, bringt der Wind das Wasser im Plunge Pool zum Kräuseln. Die Räume sind in Naturfarben gehalten und mit maßgefer­tigten Schaukelstühlen und Loungesofas von gehobe­nen Outdoor­Ausstattern möbliert. Das biophile Design, das die „Zelte“ Teil der umgebenden Natur
werden lässt, stammt aus der Ideenschmiede von Luxury Frontiers. Das südafrika­nische Architekturstudio hat sich auf nachhaltige Bauten an „Hier­findet­mich­niemand“-­Ecken der Welt spezialisiert und zeichnet auch für das Zelt­ Camp des Amangiri in Utah verantwortlich.

„Das Naviva ist für Four Seasons eine Chance, eine völlig neue Klientel zu gewinnen“, sagt General Manager Eduardo Sampere. Der Spanier selbst ist das beste Beispiel, dass das Unterfangen klappen könnte: „Normalerweise interessieren mich große Hotelket­ten nicht, ich bin kein Corporate Guy. Aber dieses Projekt ist einzigartig, allein wegen seiner Größe. Die Mitarbeitenden können individuell auf alle Wünsche eingehen.“ Statt Anzug und Hemd trägt Sampere T-­Shirt und einen gebräunten Teint. „Unsere Gäste sollen sich bei wie bei Freunden fühlen und viel Zeit in der Natur verbringen. Im Naviva dreht sich alles um persönliche Transformation.“

Und die beginnt bereits bei der Anreise: Eine über­dachte, organisch geschwungene Brücke aus Bambusstäben schlängelt sich bis zu einem kokonartigen Begrüßungsraum. Eine Art Geburtskanal, der für all jene, die wage­mutig genug sind, in einem Temazcal endet. Schon die Mayas nutzten ein kuppelför­miges „Haus der Hitze“, um bei dieser dampfenden Schamanenzeremonie Körper, Seele und Geist zu reinigen. Sorgen und Ängste? Werden einfach weggewedelt! Das Konstrukt aus Stein soll die Gebärmutter nachbilden, den Ursprung allen Lebens.
Wem das zu spirituell ist, der bucht nächt­liches Waldbaden im Urwald, besucht lokale Kunstschaffende in ihren Studios oder bringt den Puls bei einer Klangschalenmeditation in Einklang mit den Wellen, die vor dem Open­Air­ Pavillon an die raue Küste schlagen. „Ich arbeite seit 20 Jahren in Hotels, aber so eines wie dieses habe ich noch nie erlebt“, erzählt eine Spa­-Therapeutin namens Griselda. „Die Natur gibt den Takt vor, nicht nur bei der Archi­tektur. Auch die Treat­ments sind außerge­wöhnlich.“
Bei Ankunft erhält jeder Naviva­-Gast eine kostenlose Behand­lung in einer der beiden Spa-­Pods. Zum Beispiel eine Massage mit Öl aus Chiasamen und Seaweed oder einen Scrub aus Lehm und Früchten, bei dem der Körper in Bananenblät­ter gewickelt wird. Und davon gibt es im Naviva, diesem Neologismus aus den Wörtern „Natur“ und „Leben“, reichlich.

Zelt ab 4000 US-Dollar plus Tax, inklusive aller Gerichte und Getränke sowie diverser Aktivitäten. Jeder Gast erhält zudem eine gratis Spa-Anwendung. Buchung und Information unter fourseasons.com/naviva

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